
© Stefan Milk
Eishalle Unna: Kunststoffeis ist plötzlich wieder eine Option
Eissporthalle
Paukenschlag in der Diskussion um die Eishalle Unna: Der Königsborner Jugend-Eishockey-Club agiert nun unabhängig von „Unna braucht Eis“ - und steht in sehr konkreten Gesprächen mit der Stadt.
Zwei Jahre ist der Bürgerentscheid über die Zukunft der Eishalle Unna mittlerweile her - und noch immer steht das Gebäude leer; die Eisläufer und Eishockeyspieler sind auf andere Hallen im Umfeld ausgewichen. Das soll sich so schnell wie möglich ändern - darin sind sich der Verein „Unna braucht Eis“ (UbE) und der Königsborner Jugendeishockey-Club (KJEC) einig. Dann hören die Gemeinsamkeiten aber schon auf. Der KJEC und UbE gehen getrennte Wege - und mit einem der beiden Vereine steht die Stadtverwaltung in engem Kontakt.
„Die Kommunikation mit der Stadt läuft gerade super, so gut war es wirklich noch nie“, sagt Michael Weber, 1. Vorsitzender des KJEC. Das klingt so ganz anders als das, was man bis dato aus den Reihen von „Unna braucht Eis“ immer wieder hörte. Der Verein hatte sich im Frühjahr 2020 aus der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung zurückgezogen und dabei schwere Vorwürfe erhoben, die Stadtverwaltung verzögere die Sanierung der Eishalle bewusst.

© Marcel Drawe
UbE hatte nach der Schließung der Eishalle im Sommer 2018 den Bürgerentscheid initiiert, nach dem die Stadt Unna die Eishalle erhalten muss. Seitdem laufen die Planungen größtenteils hinter den Kulissen. Das von UbE präsentierte Modell sah vor, dass der KJEC die sanierte Halle betreiben soll. Genau das will der KJEC auch weiterhin, bestätigt Michael Weber unserer Redaktion. Allerdings spielt UbE in diesen Plänen keine Rolle mehr. Das liegt auch daran, dass der KJEC nun ein Modell vorschlägt, dass „Unna braucht Eis“ stets kategorisch abgelehnt hat: Kunststoffeis.
Unterstützung vom Deutschen Eishockeybund
„Wir haben der Stadt Unna den Vorschlag unterbreitet, in der Eishalle von März bis September Kunststoffeisplatten zu nutzen. Auf diese Weise können die Vereine auch im Sommer trainieren und Freizeitsportler die Eishalle auch außerhalb der eigentlich eisfreien Zeit nutzen“, sagt Michael Weber. Im Winter würde wie geplant „echtes Eis“ in der Halle genutzt. Durch die Kunststoffeisplatten sieht der KJEC die Chance, die Eishalle auf lange Sicht ohne städtische Zuschüsse betreiben zu können. „Wir können diese Platten vermarkten, beispielsweise an die Kamener Winterwelt oder auch für den Weihnachtsmarkt in Unna“, skizziert Weber mögliche Einnahmen durch das Kunststoffeis.
Bereits in dieser Woche sollen in der Hellwegsporthalle die Kunststoffeisplatten getestet werden - unter Beteiligung des Deutschen Eishockey-Bundes und des Rekordspielers der „Iserlohn Roosters“, Collin Danielsmeier. „Unna braucht Eis“ ist nicht dabei.
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
